Sonntag, 30. Dezember 2012

Wenn Realität und Fiktion verschwimmen

Hawaii Five-0, Dean Winchester, durch Städte laufende Zombies, die verrückten Abenteuer von Shawn und Gus mit ihrer Hellseher-Detektei „Psych“ oder wieder in einer Arena kämpfende Gladiatoren: all dies sind Erfindungen der Medien in Form von TV-Serien. Sie ziehen viele Fans jeden Tag rund um die Uhr vor den Bildschirm; so auch mich. Dabei fiebere ich immer wieder dem Handlungsverlauf der aktuellen Folge mit und hoff, dass die Hauptcharaktere es am Ende doch noch schaffen, den Fall zu lösen oder die Dämonen zu besiegen. Man selbst entwickelt einen Faible für bestimmte Charaktere und beginnt, sich mit ihnen ein Stück weit zu identifizieren. Dies geschieht vor allem dadurch, dass man die Meinung des Charakters teilt und somit immer wieder auf seiner Seite steht. Genau deshalb wirken Serien immer wieder so real oder zumindest realgetreu. Man sieht keine perfekten Personen auf dem Bildschirm hin und her laufen, die keinerlei Fehler haben. Jeder hat seine Macken und muss mit seinen eigenen Dämonen kämpfen, so wie im eigenen Leben.

Doch bei einigen Menschen geht die alleinige Freude daran, diese Serie zu verfolgen, für meinen Geschmack manchmal ein bisschen zu weit. Sie identifizieren sich nicht nur mit dem Charakter und der Serie, sie beginnen auch, sich in diese hinein zu denken und zu glauben, dass die Charaktere in der Form wirklich existieren. Sie bilden sich ein, eine Verbindung mit dem Charakter zu haben und gleichzeitig auch die Serie ständig in den Himmel loben zu müssen. Dies tun sie auch dann, wenn es auch mal keine so allzu gute Storyline gibt. Außerdem ertragen sie Kritik von anderen bezüglich einer Person der Serie oder gar der ganzen Storyline nicht und werden dann aggressiv und herablassend. Dadurch zeigt sich, dass diese Leute sich zu sehr auf das TV-Leben eingelassen haben und nicht mehr so recht Realität von Fiktion unterscheiden können. Für sie ist die Serie zu ihrem Leben geworden und stellt nicht mehr ein bloßes Kurzweil für einen selbst dar.

Ich finde dies sehr problematisch, zeigt es doch, dass einige Menschen ihr Leben auf die Fiktion ausrichten und es auch wollen. Sei es, um der eigenen Realität zu entfliehen oder die Stärke des Charakters für sich selbst zu verwenden. Denn für mich scheint es so, als flüchten sich diese Personen in die Fiktion, um ein scheinbar besseres Leben zu leben. Doch das ist ein Trugschluss, dem man entgegen wirken muss.

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