...gehört zu den Wesenszügen des Menschen. Zu allem und zu jedem bildet er sich eine Meinung. Wenn diese vorhanden ist, entscheidet der Mensch, ob er die Sache oder die Person unterstützt oder dieses komplett ablehnt. Abhängig ist diese Meinungs- und Einstellungsbildung von dem eigenen Charakter des Menschen. Ist er immer fröhlich, mag er Trubel, ist er von Grund auf andächtig und ruhig oder braucht er eine sich bewegende und pulsierende Umgebung, die ihn mitzieht? Menschen unterscheiden sich voneinander so sehr, dass es wohl auf der ganzen Welt keine zweite Person gibt, die noch einmal genauso empfindet und agiert. Denn der Charakter eines Menschen formt sich aus Erfahrungen und erlebten Ereignissen, in die man hineingeraten ist oder die man bewusst ausgesucht und ausgelöst hat.
Deshalb mag der eine Spinat, dem anderen schmeckt es nicht. Und während eine Person ein Land abgöttisch liebt aufgrund der vorhandenen Natur und der dort lebenden Menschen, kann eine andere Person dem ganzen aufgrund seines Charakters nichts abgewinnen. Was für den einen das Paradies ist, kann für den nächsten die Hölle auf Erden sein (um das mal überspitzt auszudrücken). Es zeigt sich auch immer wieder, dass die unterschiedlichen Beweggründe, etwas zu tun oder zu fühlen, einen dahin leiten, die Sache oder die Person zu mögen oder eben nicht.
Ein schönes Beispiel dafür ist Hamburg. Viele Menschen, die nur mit der Bahn und dem Bus in dieser Stadt unterwegs sind und dort leben, finden die Stadt wunderschön. Sie sehen die Vielfalt der Natur, können den Hafen und die Landungsbrücken genießen und wissen mit der gespielten Schroffheit der Hamburger umzugehen. So geht es auch mir...ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen. Mein kleines Paradies auf Erden! Doch gibt es viele Menschen, die aus beruflichen Gründen immer wieder nach Hamburg fahren müssen. Für diese Menschen ist Hamburg einfach schrecklich. Die Autobahnen und Bundesstraßen sind ständig verstopft und überall sind Baustellen. Man kann die Aussicht gar nicht genießen und nimmt automatisch nur die negativen Eigenschaften der Stadt wahr. So sieht man, wer in Hamburg wohnt, dem gefällt die Stadt; als Außenstehender hingegen kann das Ganze schon total anders aussehen.
Dem Menschen ist es eigen, dass er über die verschiedenen Meinungen diskutiert und manche in Frage stellt, während er andere unterstützt. Auch das ist für den Menschen als Individuum gerade in seiner Charakternbildung äußerst wichtig. Doch gibt es bestimmte Meinungen, die man einfach nicht anfechten kann. Meinungen zu Essen, Orten oder Ländern sind eher Geschmäcker und können aufgrund der eigenen Erfahrung nur begrenzt hinterfragt werden. Denn wenn der eine die Stadt Hamburg, das Land Amerika oder die Insel Hawaii nicht mag, dann ist das eben so. Natürlich kann es passieren, dass man das nicht nachvollziehen kann. Trotzdem ist der Geschmack bezogen auf diese Dinge doch eine eigene Meinung einer Person, die respektiert werden sollte.
In den letzten Stunden musste man sich eine Respektlosigkeit gegenüber Scott Caan antun. Er äußerte in einem Interview, dass er Hawaii nicht mag, die Leute sind zu relaxed und das Essen schmeckt ihm nicht. Viele Menschen fühlten sich sofort persönlich angegriffen und fingen an, die Fanpages im Internet mit Hasstiraden, Drohungen und unflätigen Worten zu bombardieren. Sie alle finden es eine Frechheit, dass Scott Caan solche Äußerungen von sich gibt. Ich allerdings kann den ganzen Trubel nicht verstehen. Er mag etwas nicht? SO WHAT?!?!?! Ich bin auch nicht der größte Fan von Spinat und Amerika...dafür komm ich auch nicht auf den Scheiterhaufen. Doch leider verstehen diese Menschen das nicht. Sie fühlen sich nur angegriffen und holen zum vermeintlichen Gegenschlag aus. Dass sie dabei eine Person aufs Tiefste verletzen können, ist ihnen gleichgültig. Sie beschimpfen ihn lieber und machen ihn dadurch fertig.
Ich für meinen Teil finde das Ganze einfach nur schlimm, kann es doch wohl nicht wahr sein, dass die Menschen sich an so was stoßen. Denn sie sollten es doch eigentlich besser wissen...jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung.