Fast jeden Tag wachsen neue Gebäude aus dem Boden wie Gras auf einer Wiese. Viele davon sind äußerst wichtig und erfüllen einen Zweck: Krankenhäuser, Feuerwehr-Stationen und Schulen. Diese sind vor allem auf die Gesellschaft ausgerichtet und dienen nur dieser; versorgen, beschützen, aufziehen. Durch andere Gebäude wiederum will man vor allem das Ansehen der Stadt oder Gemeinde anheben, sie dienen als Aushängeschild für die Stadt und ihren Wohlstand. Genau das sollte auch mit der Elbphilharmonie in Hamburg geschehen. Bauanfang war 2007, Bauabschluss und Eröffnung sollte 2010 sein. Doch durch verschiedene Gründe wurde die Fertigstellung immer wieder verzögert. Während die anfänglichen Kosten für die Stadt Hamburg 77 Mio Euro betrugen, ist man im Dezember 2012 auf eine Summe von 575 Mio Euro gekommen. Schuld sind daran Mehrkosten für Hochtief und Kosten für Bauverzögerung. Uneinigkeiten der Stadt mit der Baufirma führten zu diesen Problemen und lassen das Gebäude immer noch unvollendet in der Elbe stehen.
Ich finde es eine Frechheit, dass das Gebäude so lange gebaut wird und gleichzeitig die Kosten so überstrapaziert werden. Denn durch diese Aktion wurde die Gemeinde Hamburg stark gespalten. Pro’s und Contra’s werden hin und hergeworfen. Den Menschen wird vorgegaukelt, dass dieses Gebäude der Stadt gut tun wird, in mehreren Hinsichten. Außerdem sieht es einfach nicht gut aus, wenn man mit der Bahn in Hamburg ankommt oder eine Elbfahrt zu Schiff macht. Von allen Seiten kann man das unfertige Gebäude sehen und fragt sich, ob es jemals anders sein wird. Touristen fragen sich, was dieses halbfertige Gerüst darstellen soll und mittlerweile zucken Hamburger nur noch die Achseln, weil sie es selbst nicht mehr wissen, bzw. wissen wollen. Mir geht es ähnlich, denn ich belächele die ganze Aktion einfach nur noch. Selbst für die Zukunft sehe ich nicht, dass die Elbphilharmonie je ein wirkliches Prestige-Objekt sein wird…nicht ohne diese Vorgeschichte! Vielleicht irre ich mich ja, doch bis dahin bleibe ich bei meiner Meinung.
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