Donnerstag, 20. Dezember 2012

Guttenbergen leicht gemacht



Überall liest man es. Das Handelsblatt, die Bild und alle erdenklichen Seiten im Internet schreiben darüber. Das Plagiieren ist anscheinend im Trend. Vor allem Politiker scheinen diesem Trend verfallen zu sein, wollten sie doch ihre Doktorarbeiten unbedingt und vor allem unrechtmäßig mit Gedankengut anderer Menschen bereichern. So was bringt mich ja auf die Palme…vielleicht weil ich verpasst habe, auch solch eine Glanzleistung des Klauens abzuliefern oder weil ich selbst so lange an meiner Magisterarbeit gesessen und mir den Kopf über das richtige Zitieren und die Angabe der Quellen zerbrochen habe, während Damen und Herren Politiker Ihre Bearbeitungszeit verkürzten durch die neue Methode des Guttenbergens.

Doch wahrscheinlich kann man das nicht in den beiden Nicht-Farben Schwarz und Weiß betrachten, hat doch auch das Bildungswesen seinen Anteil dran. Denn faktisch haben Doktoranden nicht mehr die Zeit dazu, genau zu recherchieren und sich eigene Gedanken zu machen. Sie verlieren sich in der Vorbereitungen von Vorlesungen und Seminaren für den Doktorvater bzw. die Doktormutter, müssen zur Förderung durch Drittelmittel Recherchen betreiben und eigentlich ihre Doktorarbeit weit weg schieben. Das ganze Dilemma will ich nicht in Schutz nehmen, aber die Ursachen und Gründe sind so vielzählig wie der Sand am Meer.

Was mich dabei am meisten ärgert ist die Tatsache, dass die Politiker in der Öffentlichkeit präsent sind und somit eine Vorbild-Funktion haben. Sie wollen Engagement, Courage und Beteiligung an der Gesellschaft unter den Menschen wecken. Und doch versagen sie an den grundlegenden Daseins-Formen des Menschen. Für mich ein trauriges Zeugnis für den Zusammenhalt von Menschen in Form einer Gesellschaft, weiß man doch nicht, was man den Politikern glauben soll und ob sie überhaupt vertrauenswürdig sind. Ich bin mir schon nicht mehr so sicher, wie das funktionieren soll.

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