Mittwoch, 23. Oktober 2013

Der Mensch und der Kaufwahn

Heute ist Shopping-Tag. Ich schaue nach einer neuen Jeans, vielleicht ein oder zwei Oberteilen und definitiv noch nach Schuhen. Das geht in den Köpfen vieler Menschen heutzutage vor sich. Denn Geld, Klamotten und Besitz im Allgemeinen ist fester Bestandteil der heutigen Gesellschaft. Viele Leute gehen hart arbeiten, um sich einen größeren Standard leisten zu können. Ein Haus, ein Boot, ein Auto. Wiederum andere, versuchen auch mit zahlreichen Nebenjobs so viel Geld wie möglich zu verdienen, um ihre Hobbies zu finanzieren: hier spreche ich vor allem von Fanartikeln vom Lieblingsfußballclub, Tuningteilen für das Motorrad, Schuhen. Aber es gibt noch viele andere Menschen und unzählige Motivationen, warum wir Geld verdienen und es schließlich wieder ausgeben.

Ich selbst bin offensichtlich dazu geboren worden, dass ich mir gerne Dinge kaufe, sobald ich Geld dafür habe. Ich besitze über 100 Filme auf DVD und mindestens 12 verschiedene Serien. Außerdem kaufe ich mir massenweise Bücher, die ich innerhalb von Tagen durchgelesen habe. Ich kann gar nicht anders, als immer wieder das eine oder andere Schnäpppchen zu suchen und mir diese Dinge zu gönnen. Außerdem gebe ich gerne Geld für Sportklamotten und -equipment aus, da ich viele Sachen ausprobieren will. Noch ist mir nicht passiert, dass ich etwas umsonst gekauft habe, denn ich nutze alles von diesen Dingen.

Doch frage ich mich manchmal, ob mein Kaufverhalten noch gut ist oder ich mir schon Gedanken machen sollte? Wenn man es mal genau betrachtet, bin ich ein Sklave einer Welt, die konsumierende Menschen benötigt. Immer wieder verfalle ich der Werbung im TV und den Reklametafeln an allen möglichen öffentlichen Plätzen. Außerdem muss man sich immer wieder fragen, ob ich nicht irgendwann ruiniert bin, weil ich vielleicht kein Geld mehr habe. Auch das ist eine Gefahr, die man nicht unterschätzen darf.

Doch wurde mir irgendwann klar, dass ich meist nicht bewusst gezwungen werde. Mir wird immer wieder suggeriert, dass ich diese und jene Dinge für mein Leben benötige. Auch wenn dies vielleicht nicht der Fall ist, es macht mich doch irgendwie glücklich. Mittlerweile habe ich einen gewissen Stolz auf meine riesige DVD- und Buch-Sammlung entwickelt, denn ich präsentiere diese auch gerne einmal und gebe damit an. Weiterhin muss ich auch sagen, dass ich nicht immer gleich zuschlage, wenn ich etwas haben möchte. Ich überlege mir bei vielen Sachen dreimal, ob ich es mir wirklich schon kaufen sollte oder ob man auch ein wenig warten kann. Ich bin also noch nicht so weit, dass ich mir ständig und täglich etwas Neues zulegen muss. Das macht mich dann doch froh.

Ob dieser ganze Kaufwahn nun gut oder schlecht ist, wer davon schlussendlich profitiert und wie lange die Glücksgefühle anhalten, das kann und will ich hier nicht festhalten. Für mich selbst habe ich nur feststellen können, dass es mir Spaß macht und ich diese Gegenstände gerne als Statussymbole im Haus habe.

2 Kommentare:

  1. Mir geht es genauso - ich überlege wirklich mehrmals, ob ich die Sache wirklich brauche, schlafe auch oft eine Nacht darüber und komme dann am nächsten Tag (meistens) wieder...

    Ich habe aber auch gemerkt, dass Glücksgefühle direkt nach dem Kauf am stärksten sind und dann allmählich wieder nachlassen. Eigentlich könnte man ja die Sache dann auch zurückgeben, aber das wäre ja ziemlich unfair dem Händler gegenüber.

    Aber als Kaufwahn würde ich das nicht unbedingt bezeichnen, solange man noch genug Selbstbeherrschung aufbringt... ;)

    Gruß
    Sonja

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  2. Ja natürlich...man muss für sich selbst entscheiden, ob es wirklich wichtig und notwendig ist. Aber bei manchen Dingen weiß ich hinterher: "Kaufen hätte ich es jetzt nicht unbedingt müssen."
    Wahrscheinlich bin auf einer Schwelle zwischen sinnvoll-kaufen und Kaufwahn ;)

    LG
    Anja

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