Wie ihr gesehen habt, war ich die letzten Tage nur bedingt aktiv hier. Das liegt vor allem an meinem absolut eng gestecktem Zeitplan der letzten Wochen. Jeden Tag gab es etwas zu tun. Ich schien kaum noch zur Ruhe zu kommen...aber ich denke, das gibt sich bestimmt auch bald.
Doch kommt es einem so vor, als ob das Leben dadurch unaufhaltsam rast. Immer wieder Termine beim Arzt, Treffen mit den Freunden, Besuche bei Verwandten und Telefonate mit Behörden. Da bleibt wenig Zeit zum Verschnaufen. Es ist, als befände man sich mit seinem Leben und seinen Umfeld ständig unter Wasser und kommt nur sehr kurz zum Luftholen an die Oberfläche. Während des Luftholens wird einem dann klar, wie essentiell wichtig es ist, unten auf dem Meeresgrund zu weilen. Das eigene Leben droht einem zu entgleiten und vorbei zuziehen, wenn man sich zu lange an der Oberfläche aufhält. Deshalb heißt es immer wieder nach nur wenigen Atemzügen ab auf den Meeresgrund, wo das Leben tobt. Für mich macht es deutlich, dass Menschen nicht nur ihr Leben bewusst erleben können, sondern auch in eine gewisse Abhängigkeit zur Umwelt, zu den Personen im unmittelbaren Umfeld und den Gegebenheiten im Leben getreten sind. Dies geschieht mehr oder weniger unbewusst-freiwillig. Freiwillig, weil der Mensch am Leben teilhaben will und sich somit auch auf die negativen Seiten einlassen möchte. Unbewusst, weil er immer Entscheidungen trifft, die sein Leben verlangsamen und beschleunigen können, ohne dass ihm die genaue Bedeutung dessen bewusst würde. Das klingt alles immer wieder wahnsinnig anstrengend und manchmal frage ich mich, warum wir es TROTZDEM mitmachen...
Ganz einfach: Der Mensch möchte Up-To-Date sein. Er will mit seinem Umfeld kommunizieren, agieren, reagieren und einfach nur sein. Denn der Mensch wäre nicht DER MENSCH, würde er sich andauernd an der Wasseroberfläche aufhalten und die Welt Welt sein lassen. Nicht, dass Menschen, die immer alleine und abgeschottet keine Menschen seien...versteht mich da nicht falsch. Aber den Menschen macht nun einmal seine Geselligkeit und der Trieb in ein soziales Umfeld aus. Der vielfältige Charakter eines Individuums wird nun einmal nicht durch die komplette Ablehnung der Welt und ihrer Anschauung sowie die Abschottung von eben dieser gebildet.
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